Wolfgang Borchert. 'Draussen vor der Tür'. Ein bekanneter Name, und ein unbequemes Stück.

Am letzten Freitag habe ich mich endlich damit konfrontieren lassen. Lust hatte ich eigentlich keine darauf, ich bin mehr als ein Gefallen hingegangen. Und habe es nicht bereut.

Im Kulturraum von Marion Pfaffen in Rhäzüns hat Silvio Rauch das Stück zur Aufführung gebracht. In seiner Inszenierung ist er dabei ungewöhnliche Wege gegangen; Er hat es nämlich für eine Tisch - oder Papierbühne inszeniert. Ich hätte nicht gedacht, dass eine so kleine Bühne einem solchen Stück gerecht werden kann. Aber nicht zuletzt wegen der starken Charakterisierungen der Figuren durch die Zeichnerin Silvia Hunziker hat dieser kleine Raum funktioniert. Vielleicht ist es aber auch gerade die Kompaktheit des Raumes, die dem Stück in dieser Inszenierung die Eindringlichkeit gibt. Mit Rückprojektionen und wechselnden Bühnenbildern hat es Silvio geschafft, das Stück eindrücklich zu visualisieren.

Silvio hat den Text aller Figuren vorgängig aufgezeichnet und dabei die Rolle des Beckmann übernommen. Er hat diese Rolle eher ruhig, aber sehr eindringlich gesprochen und mich damit gefangen genommen.

Ausschnitt aus dem Stück:

Beckmann und der Oberst

 

Ich habe nach der Aufführung mit Silvio gesprochen und ihn gefragt, wie er denn auf die Idee mit der Tischbühne gekommen sei. Etwas verschämt grinsend meint er: "Ich hätte ja sehr gerne den Beckmann gespielt, aber leider würde man mir den verhungerten Heimkehrer wohl eher schlecht abnehmen. (Und klopft sich dabei auf den Bauch) Darum habe ich mich nach Alternativen umgesehen und bin auf die alte Tradition der Tischbühnen gestossen. Ich hatte dann auch riesiges Glück mit Frau Hunziker ins Gespräch zu kommen. Sie ist eigentlich Tierzeichnerin aber die Herausforderung hat sie interessiert und sie hat mir dann die Figuren gezeichnet."

 

Ich wollte dann wissen, wie lange er an dem Stück gearbeitet habe. "Von der Idee bis zur Aufführung etwa zweieinhalb Jahre." Was für ein riesiger Aufwand, wenn man bedenkt, dass pro Aufführung nur etwa zwanzig Leute das Stück sehen können!
Silvio hat jedoch noch weitere Aufführungen geplant. Ich hoffe natürlich, dass er auch dann sein Stück vor einem 'vollen' Haus bringen kann.
 
 

 

 

Der Kulturraum von Marion Pfaffen, ein ehemaliger Stall mit wunderschönen alten Holzbalken, kann gemietet werden.

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Via Nova 1

Rhäzüns

tel.079 610 15 36

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